2.000 Schüler bei Lehrlingsmesse in Gunskirchen

GUNSKIRCHEN. Über 2.000 Schüler der 3. und 4. NMS-Klassen sowie der Polytechnischen Lehrgänge von Wels-Stadt und Wels-Land informierten sich im VZ-Gunskirchen über die Ausbildungsmöglichkeiten von 50 Unternehmen der Region. Die Veranstalter WKO-Wels und Regionalmanagement OÖ. sehen darin einmal mehr eine Bestätigung, dass gerade die dualen Ausbildungsmöglichkeiten der Wirtschaft quasi vor der Haustüre einladen, einen von über 200 Lehrberufen zu ergreifen. Es stehen derzeit wesentlich mehr offene Lehrstellen als Lehrstellensuchende zur Verfügung.

Die Organisatoren

© WK OÖ

Lehrlingsmesse

© WB Gunskirchen

Lehrlingsmesse

© WB Gunskirchen

Trendwende auf dem Arbeitsmarkt: In der Region suchen derzeit 87 Burschen und Mädchen einen Ausbildungsplatz, 124 Lehrstellen sind laut AMS aber unbesetzt. Wer in den Nachwuchs nicht investiert, hat bald zu wenig Facharbeiter.

„Im heftigen Werben um Lehrlinge wird es für Klein- und Mittelbetriebe aber immer schwieriger, sich gegen große Unternehmen durchzusetzen, die mit viel Aufwand um Junge buhlen“, sagt Franz Ziegelbäck, Obmann der Wirtschaftskammer Wels-Land.

Daher organisierten Kammer, Regionalmanagement und Schulbehörde eine „Lehrlingsmesse“, bei der sich 50 Unternehmen aus der Region vorstellten. Knapp 2000 Jugendliche aus dritten und vierten Klassen von Neuen Mittelschulen aus Wels und Wels-Land waren die Zielgruppe. Die Kammer zahlte den Bustransfer. Die Lehrer bereiten die Schüler im Unterricht „Berufsorientierung“ vor, eine Broschüre informiert, welche Ausbildung in den 50 Betrieben angeboten wird; 200 Lehrberufe gibt es in Österreich.

Für die Aussteller wiederum organisierte das Regionalmanagement eigene Workshops: „Wie gewinne ich Lehrlinge?“, „Echt jugendgerecht“ und „Wie präsentiere ich Jugendlichen meinen Betrieb?“ lauteten die Themen.

„Wir müssen Lehre wieder gesellschaftsfähiger machen, das würde viel Nachhilfe ersparen“, sagt Pflichtschulinspektor Franz Heilinger. Weil oft Kinder auf Elternwunsch maturieren müssen, anstatt ein Handwerk zu lernen. „Eltern treffen die Entscheidung, wenn sie die Kinder nach der vierten Klasse Volksschule ins Gymnasium schicken.“

Das größte Problem für Sabine Morocutti vom Regionalmanagement: Wie kommen wir an Eltern ran?“ Bewusstseinsbildung in Richtung Lehrberufe sei dringend notwendig, sagt auch sie.

„Handwerk hat goldenen Boden, Facharbeiter sind besser dotiert, als Maturanten ohne Uni-Abschluss“, sagt Spiesberger. Er weiß auch von Angeboten für Lehrlinge: „Ein Dachdecker-Betrieb stellt jedem Lehrling ein E-Auto zur Verfügung.“ Andere würden Mopeds oder Führerschein bezahlen. 

Wirtschaftsbund Gunskirchen

 

 



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