Chancen zur Ortskernbelebung - Wie Gunskirchen der Verödung entgegenwirken kann

Landflucht, Zunahme des Altersdurchschnitts, Verödung von Zentren, Absiedelung der Kinderbetreuung vom Ortskern und Rückgang des Einzelhandels sind Probleme, mit denen sich heute viele Gemeinden und auch Gunskirchen konfrontiert sehen. Ein Teufelskreis?

Gunskirchen

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Gemeindeamt Gunskirchen

Nein, wenn Entscheider nicht den „Kopf in den Sand stecken“ und sich ihrem ländlichen Schicksal nicht ergeben. Durch kreative, partizipative und nach vorne gerichtete Ideen können sich Gemeinden durchaus gegen Städte behaupten und neue Akzente setzen.

Dabei gibt es allerdings kein Patentrezept für Strategien zur Ortskernbelebung. Jeder Ort ist etwas Besonderes. Für jeden einzelnen Ort gilt es, eigene, ganz spezielle Lösungen zu entwickeln und in Projekte zu investieren, um den Ortskern vor der Verödung zu bewahren und nachhaltig zu neuem Leben zu erwecken. Damit eine Ortskernbelebung gelingt, müssen Raumplanung und ansprechende Baukultur Hand in Hand gehen.

Bürgerbeteiligung erhöht die Akzeptanz der Raumplanung

Neben klassischen gestalterischen Bauaufgaben müssen zunächst im Rahmen der Raumplanung vermehrt Fragen zur generellen Ortskern- oder Zentrumsentwicklung und -belebung beantwortet werden: „Wie gehen wir mit dem Leerstand um?“, „Was können wir mit vorhandenen baulichen Schätzen tun?“ und „Was ist das Besondere unseres Ortes?“.

Ein wesentliches Kriterium für eine zukunftsfähige Entwicklung ist die intensive Einbeziehung der Bürger – nicht nur in den Planungsprozess, sondern in die Projektentwicklung. Sie kennen ihre Gemeinde am besten und haben oftmals gute, zukunftsweisende Ideen, die eine wesentliche Basis für nachhaltige Lösungen und breite Akzeptanz vor Ort sind. Die eingebrachten Anregungen der Bürger müssen wertschätzend aufgenommen, interpretiert, analysiert und fachlich auf Umsetzbarkeit geprüft werden.

Die so entstandene, nachhaltig wirkende Planung basiert zudem auf der Zusammenarbeit mit Experten aus unterschiedlichen Disziplinen wie zum Beispiel Orts- und Raumplanern, Architekten, Verkehrsgutachtern sowie Handels- und Tourismusspezialisten. Zu beachten ist, dass es niemals nur eine einzige, sondern immer mehrere mögliche Lösungen gibt. Wenn es gelingt, eine Bandbreite an Szenarien aufzuzeigen, ist es möglich daraus eine gemeinsame und langfristig akzeptierte Entscheidung für eine realisierbare Lösung zu finden.

Generell gesagt: Es geht darum, nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern den schönsten, den attraktivsten, den spannendsten gemeinsamen Nenner zu finden und ihn in der Folge umzusetzen.

Historisch geprägte Verknüpfung von Arbeiten und Wohnen wird wieder aktuell und eröffnet der Gemeinde Chancen zur Attraktivitätssteigerung

Eine konkrete Antwort auf viele der Ortskernfragen ist die Verknüpfung von Wohnen und Arbeiten – das Lebensmodell aus unserer Geschichte. Erst die zunehmende Mobilität ermöglichte die Funktionstrennung und brachte uns die monotonen Industrie- und Siedlungsgebiete, wo nur gewohnt oder gearbeitet wird und Orte, wo wir einkaufen gehen oder die Freizeit verbringen. Für den Weg dazwischen ist meist das Auto unabkömmlich. Das zeigt sich daran, dass in der Früh alle gleichzeitig im Stau in die eine Richtung und am Abend in die andere Richtung stehen, ebenso am Wochenende, wenn alle gleichzeitig einkaufen fahren oder ins Grüne möchten. Mit der technologischen Möglichkeit des „überall Arbeitens“ bricht aber auch eine neue Zeitepoche des Lebens an, in der das Arbeiten wieder mit dem Wohnen kombiniert werden kann. Und genau dafür bilden Zentrumslagen in unseren Dörfern eine gute Voraussetzung.

Diese Chance sollte die Gemeinde Gunskirchen für sich nutzen.

Wirtschaftsbund Gunskirchen

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